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ZEITGEIST2026
Seite 17
SCHULE IN DER SCHWEIZ IM VERGLEICH
ZUM AITCHISON
Der folgende Text stammt von einem Austauschüler aus der Schweiz
Ich bin ein 16 Jahre alter Schüler, der in der Schweiz lebt. Als Austauschschüler
besuche ich Aitchison College in Pakistan. In diesem Artikel möchte ich die einen Vergleich zu meiner Schule
in Zürch, Schweiz mit Aitchison College aufstellen. In der Schweiz sind fast alle Schulen öffentlich. Es besteht
ebenfalls eine Schulpflicht. Nach dem Kindergarten folgt die sechs Jahre dauernde Primarschule. In dem
Kanton Zürich darf man in der sechsten Klasse die sogenannte „Gymiprüfung“, die aus einem
Mathematik- und einem Deutschteil besteht, schreiben. Im Deutschteil werden neben
Grammatik auch das Textverständnis geprüft sowie ein Aufsatz verfasst. Dies heisst
also, dass Schüler schon früh getrennt werden.
Wird die Prüfung bestanden, darf man das
Gymnasium besuchen und im letzten Schuljahr
einen sogenannten Matura-Abschluss erhalten,
welcher den Weg an eine Hochschule oder
Universität eröffnet. Falls man die Prüfung nicht besteht, erhält man nach zwei Jahren noch eine zweite
Chance. Wird auch diese Prüfung nicht bestanden, beginnt man in der Regel eine Lehre. Das bedeutet, dass
man ab der zehnten Klasse eine berufliche Ausbildung beginnt und sich auf einen Beruf vorbereitet, für den
kein Universitätsabschluss erforderlich ist. Was viele pakistanische Schüler erstaunlich finden werden, ist,
dass pro Jahr nur etwa 35 % der Zürcher Schüler die Gymiprüfung in der 6. Klasse überhaupt versuchen. Die
übrigen entscheiden sich freiwillig, in der Sekundarschule zu bleiben. Ein grosser
Grund dafür ist, dass viele Kinder den Stress des früh beginnenden Gymnasiums nicht
wollen, da es sehr akademisch anspruchsvoll ist und nur die leistungsstärksten Schüler
aufgenommen werden. Viele Jugendliche wählen stattdessen den Weg der beruflichen
Ausbildung. Sie können einen Beruf erlernen, ohne dass ein Universitätsabschluss
nötig ist. Bis jetzt habe ich wahrgenommen, dass Aitchison im Gegensatz einen riesigen Wert
auf die Akademik legt. Die meisten Schüler hier wollen nicht nur ihre Prüfungen bestehen, sondern
herausragende Leistungen erbringen. Auch Sport wird hier sehr seriös genommen. Das Aitchison-
Schulgelände ist mit 800’000 Quadratmeter riesig und ein grosser Teil davon wird zu Sport gewidmet. Zu
den Sportanlagen gehören unter vielem anderem Fussball-, Cricket- und Hockeyfelder, Tennisplätze, ein
Schwimmbad und Pferdesportanlagen. Die Schüler mit Leistungen erhalten vor der
Schule am sogenannten “Founders Day” Preise. Manche werden sogar mit Blazers mit
einem anderen Innenfutter zum normalen Schuluniform geehrt. Weiterhin ist der Unterricht ein großer
Unterschied. Am Aitchison College wird das CAIE-System unterrichtet, das sich auf vielen Arten von der
Schweizer Matura
unterscheidet. In Aitchison können die Schüler ihre Fächer frei wählen, besonders in
den A-Level Jahren, und sich so auf wenige Fächer konzentrieren. Es hat auch an
manchen Tagen obligatorischen Sport nach der Schule. In Zürich dagegen gibt es deutlich mehr
obligatorische Fächer: mindestens drei Sprachen (Deutsch, Englisch und Französisch oder Italienisch,
eventuell auch Latein), die drei Naturwissenschaften, Informatik, Geschichte, Geografie, Kunst und Sport.
Trotz der vielen Pflichtfächer dürfen die Schüler in der Schweiz Schwerpunktfächer
wählen, die dann mit höherer Intensität unterrichtet werden. Eine interessante
Besonderheit der Schweizer Matura ist, dass alle Fächer, abgesehen von Sport, gleich
gewichtet werden. Während in der Schweiz im Verlauf des Semesters zahlreiche
Prüfungen stattfinden, die in die Noten einfließen, gibt es am Aitchison College,
neben den monatlichen Tests, eine große Abschlussprüfung am Ende der O- und A-
Levels, die die gesamte Bewertung stark beeinflusst.
Ich nehme Aitchison als eine Schule wahr, die Disziplin und Traditionen ernst nimmt.
Beispielsweise haben wir jeden Morgen für zwei Wochen marchieren geübt und
meine Senioren haben uns korrigiert bis es perfekt war. Außerdem müssen die Schüler
korrekte Uniform tragen. Es gibt feste Regeln im strukturierten Schulalltag, Respekt
gegenüber Lehrern und den Senioren wird stark betont. Gleichzeitig fördert die Schule
Teamgeist, Sport und außerschulische Aktivitäten wie Debatten, Theater oder
Wettbewerbe, wodurch auch Gemeinschaftsgefühl und soziale Fähigkeiten gestärkt
werden.
Im Vergleich dazu haben Schweizer Schulen keine Uniformen. Auch hier werden
Regeln streng genommen. Es hat eine Betonung auf Selbstständigkeit und praktische
Anwendungen des gelernten. Im Unterricht sind Diskussionen, Vorträge, Projekte und
Gruppenarbeiten üblich. Das soziale Leben ist auch weniger hierarchisch aufgebaut
als in Aitchison.
Es finde es sehr spannend wie Schule in verschiedenen Orten so unterschiedlich sein
kann. In der Schweiz lernt man eher selbständig zu lernen, in Gruppen zu diskutieren
und Projekte praktisch umzusetzen. Am Aitchison hingegen geht es darum in Sport
und Akademik Leistungen zu erbringen. Werte wie Respekt, Tradition und Disziplin
werden betont. Ich bin sehr froh beides erlebt zu haben.
Am Ende ist es jedoch egal ob man im modernen Gymnasium oder in einem sonnigen
Klassenzimmer auf dem historischen Schulgelände des Aitchison College studiert.
Schulen haben ihre Stärken und bereiten die Schüler gut auf ihre nächsten Schritte vor
Sheikh Hamza ul Haq C1